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Brauner Matapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: D-BY 01-131115
Lieferant: Brenninger, Steinkirchen

Anpflanzung am 09. November 1996 von Gerhard Liebsch

 


Der Braune Matapfel (historisch auch unter zahlreichen Synonymen wie Badischer Brauner, Kohlapfel, Mohrenapfel oder Unterländer Apfel bekannt) ist eine der ältesten und bemerkenswertesten traditionellen Apfelsorten Mitteleuropas. Er blickt auf eine Kulturgeschichte zurück, die sich bis in das 16. Jahrhundert in der Rheinpfalz zurückverfolgen lässt, und galt früher als unverzichtbarer Wirtschafts- und Mostapfel von enormer Bedeutung.

Herkunft & Geschichte

  • Die genauen Ursprünge des Braunen Matapfels verlieren sich in der frühen Neuzeit, jedoch wird er bereits im 16. Jahrhundert in der Rheinpfalz urkundlich genannt. Damit zählt er zu den ältesten uns heute noch bekannten Kulturapfelsorten überhaupt.

  • Im 18. und 19. Jahrhundert war der robuste Baum in ganz West- und Süddeutschland sowie im angrenzenden Elsass und der Schweiz extrem weit verbreitet. Wegen seiner hervorragenden Eignung für den Kelterbetrieb und der langen Lagerfähigkeit bildete er das Rückgrat der bäuerlichen Wirtschaftsobsternte. In historischen Pomologien wird er wegen seiner dunklen, fast blau bereiften Färbung oft bildhaft als urwüchsiger Charakterbaum beschrieben.

Baum & Wuchs

  • Der Baum zeichnet sich durch einen anfangs sehr starken Wuchs aus und bildet im Laufe der Jahrzehnte mächtige, langlebige Baumriesen mit einer breit ausladenden, zum Teil unter der Fruchtlast leicht überhängenden Krone aus, die leicht ein Alter von über 100 Jahren erreichen können.

  • An den Standort stellt der Braune Matapfel erfreulich geringe Ansprüche. Er ist äußerst genügsam, frosthart und gedeiht selbst in rauen Höhenlagen oder auf mäßigen Böden zuverlässig. Da der Ertrag in den ersten Standjahren allerdings recht spät einsetzt (manchmal erst nach 15 bis 20 Jahren), findet man ihn heute überwiegend in alten Streuobstbeständen.

  • Die späte Blütezeit macht den Baum äußerst unempfindlich gegenüber spätem Frost und nasser Witterung. Er liefert im Vollertrag regelmäßige und sehr reiche Ernten.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen Früchte sind ungleichmäßig flachkugelig bis rundlich geformt. Die glatte, feste Schale zeigt eine grüngelbe Grundfarbe, die auf der Sonnenseite von einer dunkel trübroten bis fast violetten Deckfarbe (mit typischen Roststernen und einer feinen, bläulichen Bereifung bei Baumreife) überzogen ist. Je älter der Baum, desto dunkler und intensiver fällt die Färbung aus.

  • Geschmack: Das grünlich-weiße bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist anfangs sehr fest und unempfindlich gegen Druck. Während der langen Lagerung reift es harmonisch nach, wird saftig und entwickelt einen mild-weinigen, süßen Charakter mit einer angenehm unaufdringlichen Säure.

  • Reife & Lagerung: Die Pflückreife beginnt ab Mitte bis Ende Oktober. Frisch vom Baum ist der Apfel noch recht herb, weshalb er zwingend eine Kellerreife benötigt – seine eigentliche Genussreife entfaltet er von Dezember bis in den Mai hinein. Er gehört zu den absolut lagerfähigsten Sorten überhaupt und verliert dabei kaum an Festigkeit.

  • Verwendung: Der Braune Matapfel ist eine klassische Allzweck- und Wirtschaftssorte. Historisch war er der legendäre Lieblingsapfel der Apfelwein- und Mostwirte, da er dem Saft Tiefe und Struktur verleiht. Darüber hinaus eignet er sich hervorragend als robuster Back- und Kochapfel sowie für die moderne Lagerung über den gesamten Winter hinweg.

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