Schwaikheimer (Lohrer) Rambur



| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 10 / 051 |
| Lieferant: | Kutter, Memmingen |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Marisa und Fabian Endres
Nachpflanzung am 09. November 1996
Übernahme durch Sascha und Carolin Wacknitz am 16. Oktober 2021
Der Schwaikheimer (Lohrer) Rambur (in der Fachliteratur und je nach Region auch unter zahlreichen Synonymen wie Lohrer Rambour, Klosterrambur, Krumme Lore, Sternwirtsapfel oder Zocklerapfel bekannt) ist eine traditionsreiche, historisch wertvolle Apfelsorte. Sie zeichnet sich durch große bis sehr große, charakteristisch kantige Früchte, eine enorme Robustheit sowie eine herausragende Lagerfähigkeit aus und ist ein echter Klassiker des traditionellen Streuobstanbaus.
Herkunft & Geschichte
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Entstehung & Ursprung: Die genauen historischen Ursprünge der Sorte sind bis heute nicht lückenlos geklärt; man vermutet ihre Entstehung im süddeutschen Raum, speziell im unteren Maintal oder in Württemberg, wo sie unter dem Namen Lohrer Rambur bzw. Schwaikheimer Rambur seit dem 19. Jahrhundert stark verbreitet ist. Eine erste offizielle Erwähnung und Ausstellung erfolgte um 1907 in Würzburg durch Landes-Obstbau-Inspektor Reinhard Mertens.
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Verbreitung: Aufgrund ihrer Genügsamkeit und der enormen Ertragssicherheit fand sie im 19. und frühen 20. Jahrhundert eine weite Verbreitung in deutschen Streuobstbeständen (insbesondere in Württemberg, Franken und Baden). Die Sorte ist beispielsweise auch als stolzes Exemplar im regionalen Obstbaummuseum in Pfaffenhofen an der Roth vertreten.
Baum & Wuchs
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Wuchsform: Der Baum zeigt von Jugend an einen sehr starken, kräftigen Wuchs und bildet im Laufe der Jahre eine breite, weit ausladende und stabile Krone aus. Als stattlicher Hochstamm auf einer starkwüchsigen Unterlage prägt er das Landschaftsbild der Streuobstwiese.
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Standort & Robustheit: Der Schwaikheimer (Lohrer) Rambur stellt erfreulich geringe Ansprüche an Boden und Klima, weshalb er selbst in raueren Höhenlagen bis zu 600 Metern erfolgreich angebaut werden kann. Das Holz ist frosthart, und der Baum gilt im Allgemeinen als robust, wobei er auf sehr schweren Böden gelegentlich zu Krebs neigen kann.
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Blüte & Ertrag: Die Blütezeit setzt mittelfrüh ein und ist recht unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen. Da die Sorte triploid ist, taugt sie selbst nicht als tauglicher Pollenspender. Der Baum liefert nach einem spät einsetzenden Ertragsbeginn sehr reiche, wenn auch leicht alternierende (jährlich schwankende) Ernten.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die Früchte fallen groß bis sehr groß aus und besitzen eine markante, ungleichmäßige, meist hoch gebaute Form mit breiten, auffälligen Kanten auf der Oberfläche. Die glatte Schale zeigt eine grüngelbe Grundfarbe, die auf der Sonnenseite verwaschen, gestreift und marmoriert gerötet ist, begleitet von vereinzelten braunen Schalenpunkten.
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Geschmack: Das grünlich-weiße Fruchtfleisch ist sehr fest, knackig und saftig. Geschmacklich bietet er eine ausgeprägte, erfrischende Säure mit anfangs geringem Zuckergehalt und wenig eigenem Eigengeschmack, weshalb er vor allem nach einer längeren Lagerzeit geschmacklich harmonisch nachreift.
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Reife & Lagerung: Die Pflückreife beginnt ab Mitte bis Ende Oktober. Die Früchte sind extrem windfest und hängen sicher am Ast. Ihre optimale Genussreife entfaltet sich von Januar bis in den März oder April hinein; er gehört zu den langlebigsten Dauersorten für das Winterlager.
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Verwendung: Der Schwaikheimer (Lohrer) Rambur ist ein erstklassiger und gesuchter Wirtschafts- und Mostapfel. Er eignet sich hervorragend zur Saftgewinnung sowie zum Backen und Kochen (da die festen Stücke formstabil bleiben); nach langer Lagerung im zeitigen Frühjahr entwickelt er auch annehmbare Tafelqualität.