Edelborsdorfer


| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 10 / 090 |
| Lieferant: | Baumgartner, Pfarrkirchen |
| Stammbildner: | Maunzenapfel |
Anpflanzung am 09. November 1996 von Jasmin und Günter Riepl
Der Edelborsdorfer (oft auch als Edler Winterborsdorfer, Leipziger Renette oder historisch als Zisterzienserapfel bezeichnet) gilt als die älteste noch existierende Kulturapfelsorte Deutschlands. Er blickt auf eine stolze, bis ins 12. Jahrhundert zurückreichende Tradition und Geschichte zurück und wurde in älteren pomologischen Werken wegen seiner unvergleichlichen Qualität oft als „König der deutschen Äpfel“ bezeichnet.
Herkunft & Geschichte
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Mittelalterlicher Ursprung: Die Sorte hat ihre Wurzeln im sächsischen Raum. Der Name leitet sich vom Ort Borsdorf bei Leipzig (oder Borsdorf bei Meißen) ab. Um das Jahr 1175 war der Zisterzienser-Mönchsorden im Kloster Pforta maßgeblich an der systematischen Veredelung und Verbreitung dieses Apfelbaums beteiligt, weshalb er historisch auch als Zisterzienserapfel bekannt ist.
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Kulturelle Bedeutung: Über Jahrhunderte hinweg erfreute sich der Edelborsdorfer höfischer und bürgerlicher Beliebtheit. Selbst Johann Wolfgang von Goethe war ein bekennender Verehrer dieser feinen Frucht und ließ sich die „Borsdorfer Äpfelchen“ regelmäßig nach Weimar schicken. Im letzten Jahrhundert zeitweise selten geworden, gilt er heute als unverzichtbares Kulturgut alter Streuobstbestände.
Baum & Wuchs
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Wuchsform: Der Baum wächst in der Jugend sehr langsam und bildet zunächst keine auffällig strenge Krone, entwickelt sich im Alter jedoch zu einem außerordentlich großen, langlebigen Baumriesen mit gesunder Vitalität. Charakteristisch sind die langen, dünnen Triebe, die im Alter oft leicht überhängen.
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Standort & Robustheit: Der Edelborsdorfer bevorzugt nährstoffreiche, ausreichend feuchte Böden in warmen, sonnigen Lagen. Die Blüte setzt erst spät ein und ist ausgesprochen unempfindlich gegenüber spätem Frost. Das Holz gilt als sehr winterhart und widerstandsfähig gegen gängige Krankheiten.
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Ertrag: Der Baum benötigt im Vergleich zu modernen Sorten etwas Geduld und setzt oft erst nach 12 bis 15 Jahren mit nennenswerten Erträgen ein, belohnt dafür im Vollertrag aber mit gleichmäßigen, gesunden Mengen.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die kleinen bis mittelgroßen Früchte sind rundlich bis flachrund und gleichmäßig gebaut. Die glatte, glänzende Schale leuchtet in einer hellgrünen bis zarten goldgelben Grundfarbe, die sonnenseitig oft eine feine rötliche „Backe“ und feine Berostungen zeigt.
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Geschmack: Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist feinzellig, mäßig bis sehr saftig und besitzt ein edles, zimtartig gewürztes Aroma mit einem perfekten, harmonischen Zucker-Säure-Verhältnis, das unter Kennern zu den geschmacklichen Höhepunkten des Winters zählt.
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Reife & Lagerung: Als klassischer Winterapfel erfolgt die Ernte in der zweiten Oktoberhälfte vor dem ersten Frost. Die Genussreife entfaltet sich nach der Kellerreife von November bis März oder April. Im kühlen Naturlager hält sich der Edelborsdorfer hervorragend.
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Verwendung: Der Edelborsdorfer ist ein exzellenter und hochgeschätzter Tafelapfel für den frischen winterlichen Genuss sowie ein fantastischer Wirtschaftsapfel für die feine Küche und die Saftgewinnung.