Kronprinz Rudolf



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MM 106 |
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Anpflanzung am 29. April 1995 von Marianne und Max Spleiß
Der Kronprinz Rudolf ist eine der bekanntesten, edelsten und geschmacklich herausragendsten historischen Apfelsorten Österreichs. Wegen seines fantastischen Aromas und der wunderschönen Färbung war er einst ein hochgeschätzter Tafelapfel an europäischen Höfen und gilt auch heute noch unter Liebhabern als absolute Delikatesse.
Herkunft & Geschichte
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Die Sorte stammt aus der Steiermark in Österreich. Sie wurde dort um das Jahr 1873 von dem Pomologen Johann Klöckner als Zufallssämling entdeckt und gezielt weitervermehrt.
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Ihren klangvollen Namen erhielt die Neuentdeckung zu Ehren des damaligen österreichischen Thronfolgers, Kronprinz Rudolf (dem Sohn von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Sisi). Dank ihrer exzellenten Fruchtqualität trat die Sorte rasch einen Siegeszug durch den gesamten Alpen- und Voralpenraum sowie durch Süddeutschland an.
Baum & Wuchs
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Im Gegensatz zu vielen massiven Streuobst-Klassikern wächst der Baum in der Jugend nur mittelstark und später sogar eher schwach. Er bildet eine verhältnismäßig kleine, rundliche Krone aus. Um ihn auf einer extensiven Streuobstwiese als Hochstamm zu etablieren, muss er zwingend auf einer sehr starkwüchsigen Unterlage veredelt werden.
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Der Kronprinz Rudolf ist eine recht anspruchsvolle Sorte: Er benötigt warme, sonnige und gut durchlüftete Standorte sowie nährstoffreiche, ausreichend feuchte Böden. In nasskalten, nebligen oder geschlossenen Tallagen ist der Baum sehr anfällig für Apfelschorf, Obstbaumkrebs und Mehltau.
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Die Blütezeit ist mittelfrüh bis mittelspät und relativ witterungsunempfindlich. Der Baum trägt früh, regelmäßig und bei gutem Standort sehr reich, neigt bei Überbehang im Alter jedoch zur Alternanz (stark schwankende Erträge von Jahr zu Jahr).
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die meist eher kleinen bis mittelgroßen Früchte sind auffallend flachrund und ebenmäßig geformt. Die glatte, feine Schale hat eine grünlich-weiße bis hellgelbe Grundfarbe. Auf der Sonnenseite leuchtet jedoch ein wunderschönes, intensives und klares Karminrot bis Blutrot, das diesen Apfel zu einem echten Schmuckstück macht.
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Geschmack: Das reinweiße Fruchtfleisch ist extrem feinzellig, zart, saftig und knackig. Geschmacklich ist der Kronprinz Rudolf ein absolutes Erlebnis: Er bietet eine edle, erfrischende Säure, die perfekt mit einer angenehmen Süße harmoniert, gepaart mit einem kräftigen, unverwechselbaren und fast schon parfümiert wirkenden Gewürzaroma.
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Reife & Lagerung: Als typischer Winterapfel wird er erst ab Mitte bis Ende Oktober geerntet. Die Früchte benötigen nach der Ernte zwingend ein bis zwei Monate Nachreife. Ihre volle Genussreife erreichen sie ab November oder Dezember. In einem guten, kühlen Naturlager hält sich das feine Aroma problemlos bis in den Februar oder März.
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Verwendung: Aufgrund seines herausragenden Geschmacks ist der Kronprinz Rudolf in allererster Linie ein Tafel- und Dessertapfel der absoluten Spitzenklasse für den Frischeverzehr. Er eignet sich aber auch ganz hervorragend zur Herstellung von feinem Edelbrand, hochwertigem Gelee oder sortenreinem Apfelsaft.