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Zabergäurenette

Unterlage: MM 106
Virusprüfung: 13 / 071
Lieferant: Scheerer, Albeck

Anpflanzung am 29. April 1995 von Andrea und Richard Reitzle

Die Zabergäurenette (oft auch Zabergäu-Renette geschrieben) ist eine sehr geschätzte, historische Apfelsorte, die zu den klassischen „Lederäpfeln“ (Renetten) zählt. Sie ist besonders im Streuobstbau beliebt und hat einige herausragende Eigenschaften.

Hier sind die wichtigsten Fakten zur Zabergäurenette: 
 

1. Herkunft und Geschichte

  • Ursprung: Die Sorte wurde als Zufallssämling um 1885 in Hausen an der Zaber (im Zabergäu, Baden-Württemberg) entdeckt.
  • Sie verbreitete sich schnell, da sie sehr robust ist und große, haltbare Früchte hervorbringt.
 

2. Aussehen und Geschmack

  • Aussehen: Die Äpfel sind meist groß bis sehr groß. Die Schale ist rau und fast vollständig mit einem bräunlichen, korkartigen Überzug versehen (starke Berostung) – daher der Begriff "Lederapfel". Die Grundfarbe der Schale ist grüngelb bis goldgelb, oft mit einer leichten rötlichen Tönung auf der Sonnenseite.
  • Geschmack: Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, anfangs fest und knackig, wird bei längerer Lagerung aber mürber. Der Geschmack ist kräftig, harmonisch süßsäuerlich, sehr aromatisch und hat oft eine leicht nussige Note.
 

3. Ernte und Lagerung (Ein typischer Winterapfel)

  • Pflückreife: Die Äpfel werden relativ spät geerntet, meist ab Mitte bis Ende Oktober.
  • Genussreife: Direkt vom Baum schmecken sie oft noch zu säuerlich. Sie entfalten ihr volles Aroma erst nach einer gewissen Lagerzeit, etwa ab November oder Dezember.
  • Haltbarkeit: Bei guten Bedingungen (kühl und nicht zu trocken) lassen sie sich problemlos bis März oder April lagern.
 

4. Verwendung

 
Die Zabergäurenette ist ein echter Allrounder:

  • Tafelapfel: Nach der Lagerung ein hervorragender Apfel für den Frischverzehr.
  • Küche und Bäckerei: Durch ihr festes Fleisch und das kräftige Aroma ist sie ein fantastischer Backapfel (fällt beim Backen nicht so schnell zusammen). Auch für Apfelmus oder Kompott ist sie bestens geeignet.
  • Verarbeitung: Sie liefert einen sehr aromatischen, kräftigen Saft und eignet sich hervorragend zur Herstellung von Most (Apfelwein) oder Obstbränden.
 

5. Besonderheit: Für Allergiker geeignet

 
Wie viele alte Apfelsorten (und insbesondere Renetten) hat die Zabergäurenette einen sehr hohen Gehalt an Polyphenolen. Diese sekundären Pflanzenstoffe binden die Apfelallergene, weshalb die Sorte von vielen Apfelallergikern oft sehr gut vertragen wird.
 

6. Baum und Anbau

  • Wuchs: Der Baum wächst in der Jugend sehr stark und bildet später große, breite und ausladende Kronen. Er eignet sich daher besonders gut für den Anbau als Hochstamm auf Streuobstwiesen.
  • Standort: Die Sorte ist relativ anspruchslos an den Boden, gedeiht aber am besten in etwas wärmeren Lagen, da die großen Früchte viel Sonne benötigen, um ihr volles Aroma zu entwickeln.
  • Gesundheit: Sie ist recht widerstandsfähig gegen Krankheiten, kann in ungünstigen (kalten oder nassen) Lagen aber anfällig für Schorf sein.

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