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Antonowka

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 090
Lieferant: Baumgartner, Pfarrkirchen
Stammbildner: Maunzenapfel

Anpflanzung am 09. November 1996 von Nikolaus Maucher

 


Die Antonowka (historisch auch oft unter dem Synonym Possarts Nalivia geführt) ist eine extrem robuste und sehr alte Apfelsorte aus Osteuropa. Wegen ihrer legendären Frosthärte und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten gilt sie bis heute als einer der wichtigsten Wirtschaftsäpfel für sehr raue, kalte Lagen und naturnahe Streuobstwiesen.

Herkunft & Geschichte

  • Die genauen Ursprünge der Sorte liegen im Baltikum oder im tiefen Russland, wo sie vermutlich aus einem Zufallssämling entstand. In Deutschland wurde sie erstmals um das Jahr 1826 durch den Justizrat Possart (daher auch das bekannte Synonym) eingeführt und verbreitet.

  • Aufgrund ihrer unglaublichen Unempfindlichkeit und Vitalität erlangte sie schnell große Bedeutung – nicht nur im Erwerbs- und Streuobstanbau in kalten Regionen, sondern auch in der Wissenschaft. Sie ist Träger wichtiger Resistenzgene (insbesondere gegen Apfelschorf) und wurde daher weltweit in der Züchtung neuer, robuster Apfelsorten intensiv als Kreuzungspartner oder als frostharte Stammbildner-Unterlage eingesetzt.

Baum & Wuchs

  • Der Baum wächst äußerst kräftig und bildet zügig eine große, breit ausladende Krone mit langem Fruchtholz aus. Er ist eine ideale Wahl für ausgedehnte Streuobstwiesen, wo er sich zu einem echten, langlebigen Charakterbaum entwickelt.

  • An den Standort stellt die Antonowka praktisch überhaupt keine Ansprüche. Sie gedeiht auf fast allen Böden und gilt als beispiellos frosthart (sie übersteht auch extremste Minusgrade im Winter völlig schadlos). Zudem ist sie von Natur aus sehr widerstandsfähig gegen typische Krankheiten wie Schorf und Mehltau.

  • Die Blütezeit ist recht früh, wird aber dennoch kaum durch späte Fröste beeinträchtigt. Der Baum liefert regelmäßige und meist sehr hohe Erträge.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte wirken oft etwas derb. Sie sind unregelmäßig geformt, häufig stark gerippt oder beulig und weisen ausgeprägte Kanten auf. Die anfangs grüne Schale hellt sich zur Vollreife in ein markantes Weißgelb bis Zitronengelb auf, besitzt jedoch keine rote Deckfarbe. Auffällig ist oft eine netzartige Berostung in der tiefen Stielgrube.

  • Geschmack: Ein markantes Merkmal dieser Sorte ist ihr starker, typischer „Apfelduft“. Das weißliche Fruchtfleisch ist verhältnismäßig weich, grobzellig und sehr saftig. Geschmacklich ist sie äußerst säurebetont und bringt nur wenig eigenes Aroma oder Süße für den Frischverzehr mit.

  • Reife & Lagerung: Die Antonowka ist ein typischer Frühherbstapfel, dessen Ernte bereits im September beginnt. Sie ist zwar nach der Ernte noch eine Weile (bis etwa November oder Dezember) lagerfähig, wird im Naturlager aber aufgrund des weicheren Fruchtfleisches relativ schnell mürbe.

  • Verwendung: Als klassischer Tafelapfel für den frischen Genuss ist sie wegen ihrer starken Säure nur für absolute Liebhaber geeignet. Ihre unangefochtene Stärke liegt in der Verarbeitung: Sie ist ein überragender Wirtschaftsapfel für die Herstellung von pikantem Apfelmus, zum Backen, Kochen oder für die Gewinnung von extrem säurereichem, charakterstarkem Apfelsaft.

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