Doppelte Philippsbirne



| Unterlage: | Kirchensaller Mostbirne |
| Virusprüfung: | 13 / 071 |
| Lieferant: | Scheerer, Albeck |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Dominik Wölfel
Die Doppelte Philippsbirne (international oft als Double Philippe, in Frankreich und Belgien als Philippe double sowie im deutschen Sprachraum historisch auch als Frühe Diel oder Sommer Diel bekannt) ist eine hervorragende, traditionsreiche Herbstbirnensorte. Sie besticht durch ihre bemerkenswerte Robustheit, ihre reiche und regelmäßige Ertragskraft sowie ein feines, zart schmelzendes Fruchtfleisch mit einer exquisiten Muskatnote, die sie zu einer geschätzten Delikatesse auf historischen Streuobstwiesen macht.
Herkunft & Geschichte
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Die Sorte hat ihren Ursprung im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert. Sie entstand um das Jahr 1800 in Belgien als Zufallssämling und wurde im Jahr 1847 durch den belgischen Pomologen Alexandre Bivort erstmals offiziell wissenschaftlich beschrieben.
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Massgeblich kultiviert und verbreitet wurde sie von dem berühmten belgischen Obstbaupionier Jean-Baptiste van Mons. Dieser widmete die Sorte zu Ehren einem Grafen von Mérode-Westerloo, weshalb sie in Fachkreisen und historischen Schriften gelegentlich auch unter Synonymen wie Beurré de Mérode geführt wird. Der Name „Doppelte Philippsbirne“ leitet sich vermutlich von einer Namensverwandtschaft mit älteren belgischen Königssorten (wie Philippe le bon) ab.
Baum & Wuchs
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Der Birnbaum zeichnet sich durch einen kräftigen, vitalen Wuchs aus. Die jungen Krontriebe sind lang und kräftig, nehmen jedoch mit zunehmendem Alter und starkem Behang eine charakteristische, leicht hängende Form an. Mit den Jahren bildet der Baum eine breitkugeliger, reich verzweigte und gut belaubte Krone aus.
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Ein großer Pluspunkt für den Streuobstanbau ist ihre hohe Anpassungsfähigkeit: Die Sorte gedeiht besonders gut auf warmen, leichten Böden, erweist sich aber insgesamt als erstaunlich anspruchslos. Sie gilt als ausgesprochen windfest und kommt – im Gegensatz zu vielen empfindlicheren Birnensorten – selbst mit raueren mitteleuropäischen Lagen bis hinein in den Alpenraum hervorragend zurecht.
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Der Baum gelangt verhältnismäßig früh in den Ertrag und liefert in den Folgejahren regelmäßige, sehr hohe Ernten. Die Blüte setzt relativ früh im Jahr ein; da die Sorte selbst jedoch ein schlechter Pollenspender ist, benötigt sie geeignete Befruchtersorten (wie etwa Clapps Liebling, Gellerts Butterbirne oder Gute Luise) in ihrer direkten Nachbarschaft.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die Früchte fallen mittelgroß bis groß aus (etwa 65 bis 95 mm lang). Ihre Form ist sehr prägnant: Sie sind breit kegelstumpfförmig bis dickbäuchig birnförmig, oben und unten leicht abgeflacht sowie stielwärts etwas eingezogen. Die glatte Schale ist zunächst mattgrün und verfärbt sich zur Vollreife in ein warmes Goldgelb, oft begleitet von einer zarten rötlichen Deckung auf der Sonnenseite und zahlreichen feinen, bräunlichen Rostpunkten.
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Geschmack: Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist feinzellig, zart schmelzend und außerordentlich saftig. Geschmacklich bietet die Doppelte Philippsbirne einen echten Genussmoment: Sie besitzt ein feines, weinartiges, süßes Aroma, das von einer sehr angenehmen, dezenten Muskatnote (Moschusnote) untermalt wird.
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Reife & Lagerung: Als klassische Herbstbirne beginnt die Erntereife je nach Region meist ab Mitte September bis in den Oktober hinein. Die Früchte hängen sehr fest und windfest am Ast. Wichtig ist der exakte Erntezeitpunkt: Werden sie zu früh gepflückt, bleiben sie sauer; werden sie zu spät geerntet, lässt die Lagerfähigkeit nach. Die Birnen sind nach der Ernte nur von kurzer Dauer und sollten innerhalb von zwei bis maximal vier Wochen frisch verzehrt oder verarbeitet werden.
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Verwendung: Die Doppelte Philippsbirne ist in erster Linie eine hervorragende Tafelbirne für den frischen, puren Genuss im Herbst. Aufgrund ihres zarten Fleisches und des feinen Aromas eignet sie sich zudem exzellent für die Zubereitung von Kompott, als Kuchenbelag, zum feinen Dörren oder für die Gewinnung von aromatischem Saft.