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Grahams Jubiläumsapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Lieferant: Oeffner, Laupheim

Gärtnerei Oeffner

Anna-von-Freyberg-Str. 8
88471 Laupheim

Telefon: (07392) 3495, Fax: (07392) 93323

Anpflanzung am 27. Oktober 1995 von Susanne Staiger

 


Der Grahams Jubiläumsapfel (oft auch als Royal Jubilee, Graham's Royal Jubilee oder regional seltener als Kindskopfapfel bekannt) ist eine sehr robuste, historische Herbstapfelsorte, die sich durch ihre hervorragenden Eigenschaften als Küchen- und Wirtschaftsapfel auszeichnet.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte stammt ursprünglich aus England. Sie wurde im Jahr 1888 von John Graham aus Hounslow (Middlesex) als Zufallssämling in seiner direkten Nachbarschaft entdeckt und anschließend weitervermehrt.

  • Im Jahr 1893 wurde der Apfel durch die damals sehr renommierte und einflussreiche Königliche Baumschule George Bunyard & Co. aus Maidstone (Kent) offiziell in den Handel gebracht und erfreute sich schnell großer Beliebtheit.

  • Seinen royalen Namen erhielt der Apfel zu Ehren der britischen Königin Victoria. John Graham widmete die vielversprechende Neuentdeckung dem 50. Thronjubiläum der Monarchin, das im Jahr 1887 prunkvoll als „Golden Jubilee“ gefeiert wurde.

Baum & Wuchs

  • Der Baum wächst in jungen Jahren sehr kräftig, schwächt sich im Vollertragsalter jedoch spürbar ab und bildet eine breite, ausladende und im Alter fast schirmartige Krone. Er etabliert sich schnell an neuen Standorten und liefert nach kurzer Zeit regelmäßige, mittelhohe Erträge.

  • Die Sorte zeichnet sich durch eine ausgesprochen hohe Robustheit aus. Das Holz ist extrem winterhart (hält Temperaturen bis -28 °C problemlos stand). Der Baum stellt nur geringe Ansprüche an den Standort, eignet sich hervorragend für raue Lagen und gehört zu den wenigen Apfelsorten, die selbst auf etwas feuchteren bis nassen Böden gut gedeihen.

  • Ein immenser Vorteil für frostgefährdete Lagen und Streuobstwiesen ist die sehr späte Blütezeit, die sich oft bis in den Mai zieht. Die weißrosa Blüte entgeht dadurch den gefürchteten Spätfrösten, macht den Baum zu einem zuverlässigen Träger, ist jedoch auf geeignete Pollenspender (wie Goldparmäne oder Ontario) in der Umgebung angewiesen.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte sind in ihrer Form recht uneinheitlich – das Spektrum reicht von hochgebaut und kegelförmig bis hin zu rundlich oder leicht kantig. Die feine, glatte Schale ist anfangs grüngelb und hellt sich zur Reifezeit in ein leuchtendes, klares Gold- bis Zitronengelb auf. Gelegentlich zeigt die Sonnenseite einen zarten orangeroten bis rötlichen Hauch.

  • Geschmack: Das weißlich-gelbe Fruchtfleisch ist locker, mittelfest und mäßig saftig. Geschmacklich überzeugt der Apfel durch ein angenehm fein-säuerliches, mild-würziges und erfrischend süßweiniges Aroma.

  • Reife & Lagerung: Als typischer Herbstapfel ist er meist ab Mitte bis Ende September pflückreif. Im Gegensatz zu vielen Winteräpfeln benötigt er für die Genussreife keine weitere Lagerzeit, sondern ist direkt vom Baum ein Genuss. Im kühlen Naturlager halten sich die Äpfel jedoch frisch und knackig bis in den Dezember oder Januar.

  • Verwendung: Er ist ein herausragender Back- und Kochapfel. Das Besondere an ihm ist, dass die goldgelben Fruchtstücke beim Backen und Kochen fest bleiben und ihre Form behalten – ideal für offene Apfelkuchen oder dekorative Desserts, die nicht zu Mus zerfallen sollen. Gleichzeitig ist er ein delikater Tafelapfel für den Frischverzehr und liefert exzellenten, milden Saft für Süßmost.

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