Riesenboiken


| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 38168001 |
| Lieferant: | Kutter, Memmingen |
| Stammbildner: | Maunzenapfel |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Martin Maier
Nachpflanzung am 08. April 2003
Der Riesenboiken (oft auch einfach als Riesenboikenapfel oder seltener als Großer Boiken bezeichnet) ist eine historische, sehr großfrüchtige Winterapfelsorte. Durch seine enorme Widerstandsfähigkeit und die lange Haltbarkeit seiner Früchte ist er ein hochgeschätzter Klassiker, der besonders auf alten Streuobstwiesen und in traditionellen Bauerngärten zur Selbstversorgung zu finden ist.
Herkunft & Geschichte
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Die Sorte stammt ursprünglich aus Deutschland, höchstwahrscheinlich aus der Region an der Niederelbe (in der Nähe von Bremen), und ist bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (erste Erwähnungen um 1828) bekannt. Ihren Namen verdankt sie angeblich einem ehemaligen, regionalen Deichhauptmann namens Boiken.
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Aufgrund ihrer enormen Robustheit und der beeindruckenden Fruchtgröße fand die Sorte ab dem späten 19. Jahrhundert rasch in ganz Nord- und Mitteldeutschland Verbreitung. Sie wurde zu einem festen, unverzichtbaren Bestandteil der bäuerlichen Landwirtschaft, da sie reiche Ernten für den langen Winter sicherte.
Baum & Wuchs
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Der Baum zeichnet sich durch einen anfangs kräftigen, später mittelstarken Wuchs aus. Er bildet eine ausladende, breitbuschige bis flach gewölbte Krone, die im Alter sehr mächtig und landschaftsprägend werden kann.
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Die Sorte gilt als äußerst robust, stark frosthart bis in hohe Minusgrade und stellt nur sehr geringe Ansprüche an Boden und Klima. Sie gedeiht selbst in rauen, windigen Höhenlagen hervorragend und zeigt eine hohe natürliche Widerstandskraft gegen Apfelschorf und Mehltau.
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Ein massiver Vorteil für den Streuobstanbau ist die mittelspäte bis späte Blütezeit. Dies macht den Baum besonders unempfindlich gegenüber den gefürchteten Spätfrösten im Frühjahr und garantiert sehr zuverlässige, regelmäßige Erträge.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Wie der Name schon verrät, bringt die Sorte auffallend große bis sehr große, teils unregelmäßig geformte und leicht kantig gerippte Früchte hervor. Die glatte Schale ist anfangs sattgrün, hellt zur Reife in ein klares Gelbgrün auf und zeigt auf der Sonnenseite oft einen feinen, rötlichen Hauch oder zarte rote Streifen.
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Geschmack: Das weißliche Fruchtfleisch ist anfangs extrem fest, knackig und mäßig saftig. Geschmacklich dominiert zunächst eine erfrischende, feine Säure, die sich während der anschließenden Lagerung mit einer milden Süße zu einem harmonischen, lieblich-würzigen Aroma verbindet.
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Reife & Lagerung: Als klassischer, lang haltbarer Winterapfel erfolgt die späte Ernte meist ab Mitte bis Ende Oktober. Die Früchte hängen extrem windfest am Baum und fallen kaum vorzeitig ab. Ihre optimale Genussreife erreichen sie im kühlen Naturlager erst durch Nachreife ab November oder Dezember und halten sich bei guten Bedingungen problemlos bis in den März oder April hinein.
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Verwendung: Der Riesenboiken ist ein absoluter Allrounder in der Küche. Durch seine feste Struktur, die auch beim Erhitzen nicht sofort zerfällt, und sein tolles Säureprofil ist er ein exzellenter Wirtschafts-, Back- und Kochapfel. Ebenso liefert er hervorragenden Saft für Most und eignet sich bestens für die Herstellung von aromatischen Obstbränden. Nach ausreichender Lagerung wird er im Winter auch als schmackhafter Tafelapfel verzehrt.