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Roter Eiserapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 090
Lieferant: Scheel, Burtenbach

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Nikolaus Maucher

Nachpflanzung am 10. April 2003

 


Der Rote Eiserapfel (regional auch als Roter Wintereiserapfel, Eiserner, Bamberger oder Kohlapfel bekannt) ist eine der ältesten überhaupt noch kultivierten Apfelsorten Europas. Seinen prägnanten Namen verdankt er der sprichwörtlich „eisernen“ Härte seines Holzes und seiner Früchte sowie der schier unglaublichen Lagerfähigkeit, die ihn über Jahrhunderte hinweg zu einem überlebenswichtigen Dauerapfel machte.

Herkunft & Geschichte

  • Die genauen Ursprünge der Sorte reichen weit in die Vergangenheit zurück. Sie stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Deutschland und wurde bereits im 16. Jahrhundert (unter anderem um 1598 von dem berühmten Botaniker Johann Bauhin in Nürnberg) schriftlich dokumentiert.

  • Vor der Erfindung moderner Kühlhäuser war der Rote Eiserapfel in ganz Mitteleuropa ein enorm wichtiger Wirtschaftsapfel. Er sicherte der ländlichen Bevölkerung frisches Obst bis weit in das späte Frühjahr oder den Sommer des Folgejahres hinein und war besonders im süddeutschen Raum und in Franken (daher das Synonym „Bamberger“) weit verbreitet.

Baum & Wuchs

  • Der Baum wächst in der Jugend sehr kräftig und bildet eine mächtige, hochkugelige bis später breitkugelige und dichte Krone aus. Er zeichnet sich durch eine enorme Vitalität aus und kann ein für Apfelbäume außergewöhnlich hohes Alter (weit über 100 Jahre) erreichen.

  • Die Sorte gilt als beispiellos anspruchslos, robust und stark frosthart im Holz. Der Baum gedeiht auf nahezu allen Böden und trotzt selbst rauen Winden und kalten Höhenlagen mühelos, was ihn zu einem perfekten Baum für traditionelle, extensive Streuobstwiesen macht.

  • Die späte Blüte ist sehr widerstandsfähig gegen Frühjahrsfröste. Zudem gilt der Baum als ein guter Pollenspender für viele andere Apfelsorten.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte sind oft kugelig, walzenförmig oder leicht abgeflacht. Die dicke, sehr zähe Schale ist in der Grundfarbe grüngelb, wird aber meist fast vollständig von einem intensiven, dunkel- bis blutroten Farbton überzogen. Bei zunehmender Reife im Lager bildet die Schale eine starke, schützende Wachs- und Fettschicht aus, die den Apfel glänzen lässt.

  • Geschmack: Das grünlich- bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist anfangs extrem fest, hart („eisern“) und eher trocken. Im Laufe der Lagerung wird es mürber, bleibt aber schnittfest. Geschmacklich ist der Apfel angenehm süßlich, fast frei von Säure und besitzt ein mildes, dezent würziges Aroma.

  • Reife & Lagerung: Der Rote Eiserapfel ist ein klassischer, extrem spät reifender Winterapfel. Er hängt außergewöhnlich sturmfest am Baum und wird erst sehr spät, oft Ende Oktober bis in den November hinein, geerntet. Die Früchte benötigen dringend eine lange Nachreife im Keller: Die Genussreife beginnt frühestens im Januar oder Februar. Bei guten Bedingungen hält sich dieser Apfel problemlos bis in den Juni oder Juli des Folgejahres, ohne zu faulen oder stark zu schrumpfen.

  • Verwendung: Er ist ein herausragender Wirtschafts- und Kochapfel für die späten Wintermonate. Die harten Fruchtstücke bleiben beim Kochen und Backen wunderbar formstabil. Er eignet sich exzellent zum Dörren (für Apfelringe), für Mus und als Grundlage für aromatischen Most. Im späten Frühjahr, wenn alle anderen Apfelsorten längst verbraucht sind, wird er traditionell auch gerne frisch als süßer Tafelapfel gegessen.

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