Menü

Jonathan

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 090
Lieferant: Baumgartner, Pfarrkirchen
Stammbildner: Maunzenapfel

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Charyn Spiegler

Übernahme am 25. Januar 2005 durch Hermann Spiegler

 


Der Jonathan (historisch auch oft als Roter Jonathan oder ursprünglich als Philip Rick bekannt) ist eine weltbekannte und historisch enorm bedeutsame Winterapfelsorte. Er gehört zu den berühmtesten amerikanischen Züchtungen, war über viele Jahrzehnte eine der wichtigsten globalen Handelssorten und wird auch in heimischen Obstgärten und auf Streuobstwiesen wegen seines herausragenden Aromas hoch geschätzt.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte entstand um 1826 in Woodstock, Ulster County im Bundesstaat New York (USA). Sie wurde als Zufallssämling auf der Farm von Philip Rick entdeckt und stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von der damals sehr bekannten Sorte 'Esopus Spitzenburg' ab.

  • Ihren Namen erhielt die Sorte durch den Politiker und Landwirt Jonathan Hasbrouck, der die Vorzüge des Apfels erkannte und ihn weithin bekannt machte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts (etwa um 1880) gelangte der Jonathan nach Europa und erlebte dort schnell einen beispiellosen Siegeszug.

  • Die genetische Bedeutung dieser Sorte ist immens: Der Jonathan ist ein direkter Elternteil für eine Vielzahl berühmter, modernerer Apfelsorten, darunter weltbekannte Klassiker wie Idared, Jonagold, Melrose und Undine.

Baum & Wuchs

  • Der Baum wächst in der Jugend nur mittelstark und bildet eine eher lockere, breitrunde Krone aus. Charakteristisch ist, dass die dünnen Fruchtholzäste im Vollertragsalter stark nach unten hängen (Trauerform). Um zu verhindern, dass die Äste zu dicht werden und vergreisen, benötigt der Baum einen regelmäßigen, fachgerechten Verjüngungsschnitt.

  • An den Standort stellt der Jonathan deutlich höhere Ansprüche als die meisten alten Wirtschaftssorten: Er liebt warme, sonnige Lagen sowie nährstoffreiche, tiefgründige und ausreichend feuchte Böden. In rauen, kalten oder nassen Lagen bleibt die Fruchtqualität auf der Strecke.

  • Eine bekannte Schwäche der Sorte ist ihre hohe Anfälligkeit für Echten Mehltau und in geringerem Maß für Apfelschorf, weshalb eine luftige Baumkrone unabdingbar ist. Die Blüte hingegen ist mittelfrüh bis mittelspät, lang anhaltend und sehr witterungsunempfindlich. Der Baum blüht oft sehr reichhaltig und gilt als exzellenter Pollenspender.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die eher kleinen bis mittelgroßen, gleichmäßig runden bis leicht kegelförmigen Früchte besitzen eine sehr dünne, glatte und geschmeidige Schale. Die Grundfarbe ist gelblich, wird aber auf der Sonnenseite meist fast vollständig von einem intensiv leuchtenden, kräftigen Dunkel- bis Blutrot überzogen.

  • Geschmack: Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist feinzellig, anfangs sehr fest und knackig, sowie extrem saftig. Geschmacklich gilt der Jonathan als einer der feinsten Äpfel überhaupt: Er besticht durch ein wunderbar spritzig-süßsäuerliches Aroma mit einer unverkennbaren, edlen und tiefen Würze.

  • Reife & Lagerung: Als klassischer Winterapfel erfolgt die Ernte ab Ende September bis Mitte Oktober. Die Genussreife beginnt nach einer kurzen Nachreife im November und reicht im kühlen, luftfeuchten Naturlager bis in den Februar oder März hinein. Bei Überlagerung oder zu warmer Lagerung neigt die Sorte jedoch zur sogenannten "Jonathan-Fleckigkeit" (dunkle Flecken auf der Schale) und das Fleisch verliert an Knackigkeit.

  • Verwendung: Aufgrund seines intensiven, feinwürzigen Geschmacks und der handlichen Größe ist er in erster Linie ein herausragender, sehr beliebter Tafelapfel für den frischen Verzehr. Er eignet sich aber ebenso exzellent als feiner Backapfel, für hochwertige Desserts und liefert einen wunderbar aromatischen Apfelsaft.

Unser Erbe pflegen