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Gute Graue

Unterlage: Kirchensaller Mostbirne
Virusprüfung: 10 / 234
Lieferant: Kutter, Memmingen

Anpflanzung am 27. Oktober 1995 von Helga Höchsmann

 


Die Gute Graue (oft auch als Graue Sommerbutterbirne, Graubirne, Grisbirne oder im französischen Original als Beurré gris bekannt) ist eine der bekanntesten, traditionsreichsten und robustesten europäischen Sommerbirnensorten. Sie blickt auf eine Jahrhunderte alte Kulturgeschichte zurück und ist wegen ihres köstlichen, fein zimtartig gewürzten Geschmacks bis heute ein geschätzter Klassiker auf traditionellen Streuobstwiesen und in historischen Obstgärten.

Herkunft & Geschichte

  • Die genaue Entstehung und der ursprüngliche Sämling der Guten Grauen sind in der Geschichte verloren gegangen, jedoch lässt sie sich nachweislich bis vor das Jahr 1675 zurückverfolgen. Sie gilt damit als eine der ältesten noch kultivierten Birnensorten überhaupt.

  • Ihr historischer Anbauschwerpunkt lag vor allem in Frankreich, von wo aus sie seit dem 18. Jahrhundert unter der Bezeichnung Beurré gris (Graue Butterbirne) in ganz Europa und nach Deutschland eingeführt wurde. Im Jahr 1851 wurde sie von der Versammlung deutscher Pomologen in Gotha offiziell zur allgemeinen Anpflanzung empfohlen und war in unzähligen Bauerngärten und auf Streuobstwiesen ein fester Bestandteil.

Baum & Wuchs

  • Der Birnbaum zeichnet sich durch einen außergewöhnlich starken und raschen Wuchs aus. Auf einer Sämlingsunterlage entwickelt er im Laufe der Jahre eine sehr große, hohe und breite Krone, die dem Baum eine hohe Langlebigkeit verleiht. Er ist prädestiniert als prächtiger Hoch- oder Halbstamm auf der Streuobstwiese.

  • An den Standort und den Boden stellt die Gute Graue erfreulich geringe Ansprüche. Sie gedeiht auf den meisten Böden problemlos (bevorzugt frisch-feuchte, nahrhafte Standorte) und erweist sich als so anpassungsfähig, dass sie selbst in rauen Gebirgslagen bis zu 700 Höhenmetern noch zuverlässig wächst.

  • Die Blüte setzt recht früh im Jahr ein und ist daher ein wenig empfindlich gegenüber späten Frühlingsfrösten. Der Baum bildet auf der Wiese jedoch regelmäßige, oft reiche Erträge aus.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die Früchte sind eher klein bis mittelgroß, kreisförmig, eiförmig bis bauchig-birnförmig geformt. Die recht harte und raue Schale besitzt eine grüne bis gelblich-grüne Grundfarbe, die zur Reifezeit fast vollständig von einer markanten, zimtbraunen Berostung überzogen ist, begleitet von zahlreichen auffälligen grauweißen Schalenpunkten.

  • Geschmack: Das mattweiße bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist saftreich, zart schmelzend und weist am Kernhaus eine leicht körnige Struktur auf. Geschmacklich bietet die Gute Graue ein herrlich säuerlich-süßes Profil, das von einer edlen, zimtartigen Gewürznote und einem verführerischen Duft veredelt wird.

  • Reife & Lagerung: Als frühe Herbstbirne beginnt die Baumreife meist von Ende August bis Anfang September. Die Genussreife schließt sich direkt an, allerdings ist die Lagerfähigkeit sehr kurz (meist nur rund zwei Wochen), da das Fruchtfleisch danach rasch teigig werden kann. Ein gestaffeltes Pflücken empfiehlt sich daher sehr.

  • Verwendung: Die Gute Graue ist eine hervorragende, klassische Tafelbirne für den unmittelbaren Frischverzehr direkt nach der Ernte. Darüber hinaus eignet sie sich dank ihrer festen Struktur und der feinen Würze wunderbar zum Einkochen, für Kompott, als Kuchenbelag sowie traditionell zum mürben Dörren (Dörrobst).

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